Metzingen führt Stolpersteine ein – klares Votum für eine lebendige Erinnerungskultur

Der Metzinger Gemeinderat hat am 16. Oktober mit großer Mehrheit beschlossen, dass künftig auch in unserer Stadt Stolpersteine verlegt werden. Lediglich die CDU-Fraktion stimmte gegen den interfraktionellen Antrag, den wir Grünen gemeinsam mit der FWV sowie Vertreter:innen von SPD und FDP eingebracht hatten.

Mit den Stolpersteinen wird an Menschen erinnert, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden – darunter Jüd:innen, politisch Verfolgte und Opfer der „Euthanasie“-Morde. Jeder einzelne Stein trägt einen Namen und rückt das individuelle Schicksal in den Blick. Damit wird Geschichte konkret vor Ort sichtbar – mitten im Alltag, vor den Häusern, in denen die Menschen gelebt haben.

Für uns ist das mehr als Symbolik: Die Stolpersteine sind Orte des Innehaltens, sie geben Opfern ihre Würde zurück und regen gerade junge Menschen an, sich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Schulen wie das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium haben bereits signalisiert, Projekte und Patenschaften übernehmen zu wollen.

Besonders bewegend: Schon vor fast zehn Jahren gab es erste Diskussionen über Stolpersteine in Metzingen. Damals entschied sich der Gemeinderat für eine Stele am Rathaus. Mit dem jetzigen Beschluss schließen wir diese Lücke und reihen uns in eine internationale Bewegung ein – über 100.000 Stolpersteine in mehr als 30 Ländern machen das Projekt zur größten dezentralen Gedenkstätte der Welt.

Wir setzen damit ein starkes Zeichen: Metzingen erinnert – und vergisst nicht.

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