Ambitioniert und klug vorgehen – Dr. Markus Schenk im Interview

Metzingen | Nach den Ferien starten auch die neuen Stadträte mit ihrer Arbeit im Gemeinderat. Was ist ihnen wichtig? Markus Schenk (Grüne) möchte sich einmischen und Verantwortung übernehmen.
Mit der Kommunalwahl am 9. Juni dieses Jahres hat sich die Zusammensetzung des
Metzinger Gemeinderats geändert. Altgediente Räte sind nicht mehr angetreten, dafür sind neue Kommunalpolitiker ins Gremium nachgerückt, die sich für ihre Mitbürger engagieren und das Stadtleben in Metzingen künftig mitprägen wollen.

Dr. Markus Schenk ist bei der Kommunalwahl am 9. Juni für die Grünen in den Gemeinderat eingezogen.

Die SÜDWEST PRESSE wollte von ihnen wissen, was ihre Ziele sind, wie sie sich die Zukunft der Stadt und ihre Arbeit vorstellen und worauf sie Wert legen. Als dritter Stadtrat antwortet Dr. Markus Schenk von den Grünen.

Warum haben Sie sich entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren?
Mein Motto ist: Lieber selbst einmischen und Verantwortung übernehmen, statt nur zu meckern. Besonders bewegt mich die Klimakrise: Daher möchte ich, dass wir nicht nur das Nötigste machen, sondern ambitioniert und klug vorgehen. Ich bin sicher: Es zahlt sich aus.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele und Projekte für Metzingen In den kommenden Jahren?
Die Wärmewende begleiten: Potenziale weiter analysieren (zum Beispiel: Geothermie). Wo sind Wärmenetze denn überhaupt realistisch? Das wird in den kommenden Jahren starten und ist wichtig. Jede eingesparte Tonne CO2 lohnt langfristig finanziell und klimatisch.

Welche Stärken bringt Metzingen Ihrer Meinung nach mit, die es zu nutzen gilt?
Metzingen, mit den Teilorten Glems und Neuhausen hat unglaublich vielseitige ehrenamtlich Tätige in der Bürgerschaft. Das sollte auch unterstützt werden, denn Nachwuchs ist nicht immer leicht zu finden.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, denen Metzingen derzeit gegenübersteht?
Mittel- und langfristig muss das Erdgasnetz in eine nachhaltige Zukunft der Wärmenetze überführt werden. Und das mit den finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen werden. Die hohe Investitionssumme und der Zuschussbedarf für das Ganzjahresbad birgt da sicher auch ein finanzielles Risiko…

Wie möchten Sie die Bürgerbeteiligung und das Engagement der Einwohner in Metzingen fördern?
Wir haben schon viel Engagement. Aber noch mehr wäre zum Beispiel mit einem Bürgerhaushalt möglich: also einem kleinen Finanztopf, aus dem jedes Jahr Bürgerideen umgesetzt werden. Das muss gar keine hohe Summe sein, könnte aber einen Wettbewerb der guten Ideen entfachen.

Was Ist Ihr Lieblingsplatz in Metzingen und warum?
Da gibt es wirklich viele für mich… zum Beispiel der Weinberg mit Blick auf die Stadt, die Stadtbücherei in der Kelter, unser Hausberg der Hofbühl, der Weihnachtsmarkt in Glems und und und…

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Outletcity Metzingen für die Stadtentwicklung?
Eine große! Ich wünsche mir weiterhin ein starkes Engagement der OCM auch für die Metzinger Bürgerschaft: Beispiel MMT mit After-Work-Events, Sommer im Weinberg etc. Das sehen viele sehr positiv. Ansonsten ist die Gefahr, dass das Outlet den Rückhalt in der Bürgerschaft verliert und die Outlet-Touristen zu sehr im Fokus stehen.

Wie stehen Sie zur Förderung von Kultur und Freizeltangeboten in Metzingen? Haben Sie spezielle Projekte oder Ideen?

Für die Jugend ist viel zu wenig geboten. Die Graffiti-Wand ist ein Anfang, aber sie fühlen sich kaum in der Innenstadt willkommen.
Ich hoffe, dass wir eine breite Mehrheit im Gemeinderat finden, dies zu ändern. Denn unsere Jugend ist unsere Zukunft. Nach Corona sind wir den Kindern einiges schuldig.

Wie möchten Sie Metzingen umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten?
Zuerst: „Umweltfreundlicher“ sollte eigentlich “menschenfreundlicher“ heißen. Wichtig wäre mehr Schatten im Innenstadtbereich (Bäume, Sonnensegel). Pendlerströme von Metzinger Unternehmen nachhaltiger gestalten: Pendlerbus ab Bahnhof vielleicht? Es gibt viele Möglichkeiten.

Wenn Sie einen Tag lang Oberbürgermeister von Metzingen wären, welche Maßnahme würden Sie als Erstes ergreifen?
Ein Tag ist nicht viel (selbst als OB)…Aber ich würde unseren Menschen in Metzingen Mut zu Veränderung machen und sie bestärken darin auch etwas Positives zu sehen. Lieber selbst Veränderung gestalten, als davon überrumpelt zu werden!

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