Für die Zukunft voraus denken – Charlotte Stocker im Interview

Metzingen | Nach den Ferien starten auch die neuen Stadträte mit ihrer Arbeit im Gemeinderat. Was ist ihnen wichtig? Charlotte Stocker (Grüne) möchte die Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik weiter unterstützen.
Von swp

Charlotte Stocker ist seit der Kommunalwahl im Juni Stadträtin für die Grünen in Metzingen.
Mit der Kommunalwahl am 9. Juni dieses Jahres hat sich die Zusammensetzung des Metzinger Gemeinderats geändert. Altgediente Räte sind nicht mehr angetreten, dafür sind neue Kommunalpolitiker ins Gremium nachgerückt, die sich für ihre Mitbürger engagieren und das Stadtleben in Metzingen künftig mitprägen wollen.

Die SÜDWEST PRESSE wollte von ihnen wissen, was ihre Ziele sind, wie sie sich die Zukunft der Stadt und ihre Arbeit vorstellen und worauf sie Wert legen.
Als Zweite antwortet Charlotte Stocker von den Grünen.

Warum haben Sie sich entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren?
Ich habe über die Metzinger Jugendbeteiligung einen Einblick in die Entscheidungsprozesse der Kommunalpolitik bekommen und so gemerkt, wie sehr mich das eigentlich interessiert. Im Austausch mit der Grünen Jugend habe ich festgestellt, wie wichtig es ist, dass auch Jugendliche in kommunalen Gremien vertreten sind.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele und Projekte für Metzingen in den kommenden Jahren?
Ich möchte bei den vielen wichtigen Projekten, die Metzingen in den nächsten Jahren vor sich hat, die Perspektive junger Menschen einbringen. Gerade bei Projekten wie dem Neubau am DBG spielt diese Perspektive eine wichtige Rolle.

Welche Stärken bringt Metzingen Ihrer Meinung nach mit, die es zu nutzen gilt?
Metzingen hat in vielerlei Hinsicht ein solides Fundament, auf dem man gut aufbauen kann. Jetzt gilt es, die Projekte auf diesem Fundament in den nächsten Jahren so nachhaltig und klimafreundlich wie möglich zu gestalten.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, denen Metzingen derzeit gegenübersteht?
Metzingen hat als Kommune aktuell einige große Aufgaben vor sich, die in einer verhältnismäßig unsicheren Zeit abgearbeitet werden müssen. Die Herausforderung liegt jetzt darin, diese Aufgaben so zu bewältigen, dass auch zukünftige Generationen in Metzingen noch davon profitieren können. Wir müssen also für eine Zukunft vorausdenken, die wir noch gar nicht wirklich kennen.

Wie möchten Sie die Bürgerbeteiligung und das Engagement der Einwohner in Metzingen fördern?
In dieser Hinsicht liegt es mir besonders am Herzen, die Jugendbeteiligung weiter zu unterstützen, die auch mich selbst in die Kommunalpolitik gebracht hat. Junge Menschen haben ein großes Potenzial und viele Ideen, die eine Bühne verdienen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Metzingen und warum?
Ich bin gerne am Weinberg, vor allem oben am Häuschen mit der Grillstelle. Man hat von dort eine tolle Aussicht auf die Stadt Metzingen und kann besonders im Sommer hier schöne Abende verbringen.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Outletcity Metzingen für die Stadtentwicklung?
Die Outletcity hat das Bild von Metzingen entscheidend mitgeprägt. Sie hat unter anderem die Entwicklung der Innenstadt unterstützt. Wichtig ist aber, Metzingen nicht nur als Outlet-City zu sehen, sondern auch den anderen Metzinger Facetten ausreichend Raum zu verschaffen. In der Zukunft wird es vor allem eine Rolle spielen, wie man ein zukunfts- und tragfähiges Konzept sowohl für Metzingen als auch die Outletcity entwickelt. Es muss immer eine Balance bestehen.

Wie stehen Sie zur Förderung von Kultur und Freizeitangeboten in Metzingen? Haben Sie spezielle Projekte oder Ideen?
Ich habe bereits mit der Metzinger Jugendbeteiligung eine Bestandsaufnahme der Freizeitplätze erstellt. Wir haben uns angeschaut, wo Verbesserungsbedarf besteht und welche Plätze noch ungenutztes Potenzial haben. Das ist ein Projekt, das mir am Herzen liegt und für das ich mich weiterhin starkmachen will. Darüber hinaus ist es auch wichtig, das vielfältige Angebot aufrechtzuerhalten, das die Vereine und Ehrenamtlichen in Metzingen bereits bieten.

Wie möchten Sie Metzingen umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten?
Für mehr Umweltfreundlichkeit bietet sicherlich vor allem die Innenstadt einige Optionen. Hier wären sowohl für die Umweltfreundlichkeit als auch für die Aufenthaltsqualität mehr Grünflächen wichtig. Insgesamt ist es aber von großer Bedeutung, die Metzinger Bürgerinnen und Bürger in den Gestaltungsprozess einzubinden. Hier kann man zum Beispiel bei der Bürgerbeteiligung zum Mobilitätskonzept ansetzen, um Metzingen ökologischer und inklusiver zu machen.

Wenn Sie einen Tag lang OB von Metzingen wären, welche Maßnahme würden Sie als Erstes ergreifen?
Ich würde mir den Tag als Oberbürgermeisterin Zeit nehmen, um mir die Anliegen Jugendlicher anzuhören. Der direkte Diskurs bringt oft neue Ideen und Anliegen hervor, die sonst nicht zur Sprache gekommen wären.

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