Neu im Metzinger Gemeinderat: Lisa-Maria Weigert wurde im Juni ins Gremium gewählt.
Mit der Kommunalwahl am 8. Juni dieses Jahres hat sich die Zusammensetzung des Metzinger Gemeinderats geändert. Altgediente Räte sind nicht mehr angetreten, dafür sind neue Kommunalpolitiker ins Gremium nachgerückt, die sich für ihre Mitbürger engagieren und das Stadtleben in Metzingen künftig mitprägen wollen.
Die SÜDWEST PRESSE wollte von ihnen wissen, was ihre Ziele sind, wie sie sich die Zukunft der Stadt und ihre Arbeit vorstellen und worauf sie Wert legen.
Als erste antwortet Lisa-Maria Weigert von den Grünen.
Warum haben Sie sich entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren?
Schon seit 2021 bin ich politisch aktiv, unter anderem bisher als Vorständin der Metzinger Grünen. Spätestens mit Enthüllungen der „Correctiv“-Recherche im Januar war für mich klar, dass ich mich auch im Metzinger Gemeinderat für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine offene und vielfältige Stadt einsetzen möchte.
Was sind Ihre wichtigsten Ziele und Projekte für Metzingen in den kommenden Jahren?
Ich sehe große Chancen bei der Energiewende und beim Thema Mobilität für alle – dabei gilt es, transparent zu sein und die Bürger und Bürgerinnen gut zu informieren und Lust auf Veränderung zu machen.
Meine wichtigsten Ziele sind die Förderung von umweltfreundlicher Mobilität durch das neue Mobilitätskonzept sowie die Unterstützung von Ehrenamt und sozialen Projekten, die das Zusammenleben in der Stadt Metzingen stärken.
Welche Stärken bringt Metzingen Ihrer Meinung nach mit, die es zu nutzen gilt?
Als eine Stadt, die zum einen stark vom Tourismus durch die Outlets geprägt ist und auch darüber hinaus starke und innovative Unternehmen hat, bietet Metzingen viele wirtschaftliche Vorteile zu kleineren Kommunen – diese sollten wir schlau nutzen und dafür sorgen, dass vor allem auch die Metzinger davon profitieren. Denn sie prägen die Stadt, und viele sind sehr engagiert für eine offene und vielfältige Stadtgemeinschaft.
Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, denen Metzingen derzeit gegenübersteht?
Grundsätzlich: Der Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und dem Erhalt von Natur und Umwelt. Konkret: Die Sanierungen der Schulen und städtischen Gebäude, die kommunale Wärmeplanung und die Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen – wir haben viel zu tun in Metzingen. Und all das muss klug geplant und finanziell stemmbar für die Stadt sein.
Wie möchten Sie die Bürgerbeteiligung und das Engagement der Einwohner in Metzingen fördern?
Wir versuchen die Bürger und Bürgerinnen immer auf dem Laufenden zu halten, zum Beispiel über unsere Social-Media-Kanäle oder unsere Webseite und holen uns dort gerne Feedback und Impulse zu allen relevanten Themen. Ich finde Transparenz als ersten Schritt sehr wichtig – es sollten alle die Möglichkeit haben, sich umfassend informieren zu können.
Was ist Ihr Lieblingsplatz in Metzingen und warum?
Ich bin gern in der Innenstadt unterwegs. Auf dem Rathaus- und Marktplatz treffe ich immer viele Menschen und kann mich austauschen. Ich verbringe aber auch gerne Zeit in unserem Gärtchen am Auchtert und bin zum Joggen im Wald oder am Weinberg.
Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Outletcity Metzingen für die Stadtentwicklung?
Die Outletcity ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Sie bringt wirtschaftliche Vorteile und Arbeitsplätze mit sich, aber es ist wichtig, die Entwicklung so zu steuern, dass sie im Einklang mit den Interessen der Einwohner und Umwelt steht.
Wie stehen Sie zur Förderung von Kultur und Freizeitangeboten in Metzingen? Haben Sie spezielle Projekte oder Ideen?
Ich halte die Förderung von Kultur und Freizeitangeboten für essenziell, um das soziale Miteinander zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Die aktuellen Aktionen der MMT sind super geplant und kommen sehr gut an! Gerade für Jugendliche könnten wir gleichzeitig noch ein besseres Angebot schaffen – hier ist die Metzinger Jugendbeteiligung ein tolles Beispiel und ein guter Ansprechpartner um herauszufinden, was die Metzinger Jugendlichen wirklich wollen und brauchen und wie wir sie in der Umsetzung dabei unterstützen können.
Wie möchten Sie Metzingen umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten?
Ich setze mich für den Ausbau erneuerbarer Energien wie Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen ein. Außerdem brauchen wir mehr Grünflächen in der Stadt, um klimaresilienter zu werden und damit auch in heißen Sommern noch eine gute Aufenthaltsqualität zu erhalten. Trinkwasserspender an öffentlichen Plätzen könnten ebenfalls dazu beitragen.
Wenn Sie einen Tag lang OB von Metzingen wären, welche Maßnahme würden Sie als Erstes ergreifen?
Ich würde ein Bürgerbeteiligungsportal einrichten, in dem Bürger und Bürgerinnen ihre Ideen und Anliegen direkt einbringen können. Das würde die Transparenz erhöhen und sicherstellen, dass die Meinungen der Einwohner in die Entscheidungsprozesse einfließen.